Gedenken an den Novemberpogrom von 1938 in Münster
Gedenken an den Novemberpogrom von 1938: Nie wieder ist jetzt!
Münsteraner Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes/ Bund der Antifaschist*innen (VVB/BdA) wird am Montag, 9. November mit einer Gedenkveranstaltung an der Gedenktafel für die 1941/42 deportierten Münsteraner Jüdinnen und Juden dem Novemberpogrom von 1938 gedenken. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 17 Uhr an der Gedenkstele an der Ecke Warendorfer Straße/ Kaiser-Wilhelm-Ring.
Die Erinnerung an die Geschehnisse und Abläufe des 9.November 1938 muss wachgehalten werden. Jüdinnen und Juden wurden durch Straßen gejagt, geschlagen und gequält, Wohnungen werden aufgebrochen und verwüstet und in der Nacht die Synagoge niedergebrannt. Nach dem Pogrom wurde die sog. „Arisierung“, also der Verkauf jüdischen Eigentums wie Grundstücke, Kaufhäuser und Wohnungen für geringe Zahlungen an nicht-jüdische Deutsche, vorangetrieben. Im März 1939 meldete der städtische Verwaltungsmitarbeiter Heinrich Austermann nach Berlin: „Jüdische Geschäfte oder Warenlager befinden sich nicht mehr in Münster.“ Austermann wurde später Oberstadtdirektor Münsters.
Am 13.12.1941 wurden die verbliebenen Jüdinnen und Juden Münsters im „Gertrudenhof“, einer Gaststätte an der Ecke Warendorfer Straße/ Kaiser-Wilhelm-Ring, zusammengepfercht und in das Ghetto nach Riga deportiert, wo die meisten ermordet wurden.
Bild: Die Gedenkstele Ecke Warendorfer Straße/ Kaiser-Wilhelm-Ring. Foto: Fritz von Poblotzki