PARK(ing) DAY statt Blechlawine am Schlossplatz
Statt lauter Strassen lebendige Begegnungsorte
Am Freitag, den 18. September, findet am Schlossplatz zwischen Überwasserstraße und Universitätsstraße der diesjährige PARK(ing) DAY statt. Der globale Aktionstag soll zeigen, welches Potenzial darin steckt, bislang von Autos dominierte öffentliche Flächen anders zu nutzen. Das teilt jetzt die Initiative Fahrradstadt MS mit.
PARK(ing) DAY: vielfältiger Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft
In Münster kommen dazu nun im achten Jahr in Folge etwa 60 Initiativen zusammen und verwandeln eine laute Straße für einen Tag in einen lebendigen Begegnungsort. „Münster hat eine starke Zivilgesellschaft, die sich in vielfältigen Bereichen ehrenamtlich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzt: Antifaschismus, Klimagerechtigkeit, migrantische Selbstorganisation, queere Rechte, Inklusion, Naturschutz, Verkehrswende, Tierbefreiung, bezahlbares und gemeinschaftliches Wohnen und vieles mehr. Beim PARK(ing) DAY kommen alle zusammen“, sagt Eva Kintrup aus dem Organisationsteam des PARK(ing) DAY.
Schlossplatz: Autogerechte Infrastruktur, die zum lebenswerten Raum werden kann
Dass der PARK(ing) DAY dieses Jahr am Schlossplatz stattfindet, hat einen verkehrspolitischen Hintergrund: „Lange herrschte eine große Mutlosigkeit, die autogerechte Schneise am Schlossplatz zukunftstauglich umzugestalten. Mit der Großbaustelle Weseler Straße zeigte sich, dass das Zögern - wie schon so oft - keinen guten Grund hatte“, so Steffen Lambrecht, Mitorganisator des PARK(ing) DAY. Die Verkehrsuntersuchung zu einer aktuellen Verwaltungsvorlage (V/0405/2026) zeigt, dass die Baustelle den Autoverkehr deutlich gesenkt hat und Durchgangsverkehr auf den westlichen Ring verlagert wurde, der genau dafür gedacht ist.
Ausstellung in Fußgänger*innenunterführung
Die Organisator*innen sind insgesamt mit der Situation vor dem Schloss unzufrieden. "Klimastadt? Fahrradstadt? Beides sind doch keine angemessenen Titel für eine Stadt, der direkt vor einem Ihrer Wahrzeichen keine bessere Idee hat als ein gelegentlich durch Veranstaltungen genutzter Parkplatz neben einer Straße mit bis zu 6 Spuren", so Joachim Bick von der Interessengemeinschaft Fahrradstadt.ms. Die IG Fahrradstadt.ms gestaltet während des PARK(ing) Day auch den ehemaligen Fußgänger*innentunnel unter der Straße Schlossplatz um. Die Ausstellung "Münster 2026 - 2115" erzählt die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Zukunftspfaden für ein Kind, welches am Tag des PARK(ing) Day in Münster geboren wird. "Wir wollen damit greifbar machen, dass die Zukunft offen ist aber ein gutes Leben in ihr mehr braucht als langatmige Konzepte, deren Umsetzung auf sich warten lässt", so Bick weiter.
Die politischen Beschlüsse für einen besseren Schlossplatz sind eigentlich da
„Jetzt gilt es, keine weiteren Jahre zu verlieren und die Verkehrswende vor das Schloss zu tragen“, mahnt Kintrup. Das Organisationsteam verweist auf den Masterplan Mobilität 2035+, der 2024 fast einstimmig vom Rat beschlossen wurde. Dieser sieht eigentlich eine konsequente Verkehrswende in der Stadt vor. Als Maßnahme darin enthalten ist zum Beispiel eine tiefgreifende Veränderung, die auch den Schlossplatz beträfe: Mittelfristig soll Autoverkehr, der bislang die Innenstadt durchquert, außen über den Ring fahren (siehe Maßnahme C5, S. 184 des Masterplan Mobilität 2035+). „Das würde zwischen Neutor und Aasee viele Möglichkeiten schaffen. Schneller Busverkehr mit dem kommenden Nahverkehrsplan, Bäume zwischen Amtsgericht und Aaseekreuzung, und mehr Platz und weniger Wartezeit an Ampeln für Rad- und Fußverkehr“ betont Lambrecht. „Wir laden alle ein, am Freitag einen Eindruck von einem Schlossplatz ohne Autolärm zu bekommen!“.
Hier ein Bild vom Parking Day am Hansaring. Foto: Fahrradstadt MS