Verpatzter Heimauftakt: Preußen kämpfen zu einem Remis gegen Ingolstadt
Verpatzter Heimspiel-Auftakt für die Preußen – gegen die Schanzer reicht es nur zu einem glücklichen Remis
Nach dem 3:1-Auswärtssieg in Wiesbaden hätte ein Heimsieg gegen den 1. FC Ingolstadt den perfekten Saisonstart bedeutet. Doch dazu kam es nicht: Die von Cheftrainerin Sabrina Willmann hervorragend eingestellten „Schanzer“ aus Ingolstadt erwiesen sich als zu stark. Zudem standen sich die Preußen oft selbst im Weg, um in der 3. Liga ein erstes Ausrufezeichen zu setzen. Cheftrainer Thomas Wörle sprach in der Pressekonferenz von einem „leistungsgerechten Unentschieden“. Später, im kleineren Kreis, wurde er deutlicher: „Das war nicht, was wir können, und nicht, was wir wollen. “ Wörle deutete an, dass auch die Atmosphäre in der neuen, erstmals voll besetzten Fiffi-Gerritzen-Kurve eine Rolle gespielt haben könnte. Junge Spieler müssten sich erst an solche Kulissen gewöhnen.
Im Duell zweier ähnlicher Spielsysteme zogen die Ingolstädter aus den zahlreichen Zweikämpfen mehr Nutzen. Bei den Preußen fehlte ein klarer Spielgestalter, Fehlpässe häuften sich, und ein geordneter Spielaufbau blieb die Ausnahme. Das 1:0 durch Neuzugang Ryan Johansson in der 22. Minute fiel überraschend, mitten in einer Druckphase der Gäste. Doch die Ingolstädter glichen wenig später durch Emre Gül aus. Torhüter Morten Behrens, der ansonsten sicher agierte, war bei diesem Treffer machtlos.
Die Fans hatten für die Premiere der voll besetzten Fiffi-Gerritzen-Kurve eine beeindruckende Choreografie vorbereitet, die jedoch nicht ohne Pyrotechnik auskam. Schiedsrichter Jonah Besong konnte die Partie erst mit fünf Minuten Verspätung anpfeifen.
Wörle brachte zum Abschluss der englischen Woche Montell Ndikom für den angeschlagenen Joshua Mees. Doch die Adlerträger taten sich schwer, gegen den erwartet aggressiven Gegner ins Spiel zu finden. Die Ingolstädter standen eng am Mann und schalteten blitzschnell um. Auch der Ex-Preuße Lars Lokotsch zeigte bei seiner Rückkehr in die alte Heimat eine starke Leistung, blieb aber ohne Torerfolg.
Bis zur Pause erarbeiteten sich die Gäste Chance um Chance, während die Preußen froh sein konnten, mit einem Unentschieden in die Kabine zu gehen. „Ehrlich gesagt wusste ich in der Pause nicht, was ich sagen sollte“, gestand Wörle später. Klar sei nur gewesen, dass sich etwas ändern müsse. Tatsächlich legten die Preußen in den ersten 15 Minuten nach der Pause zu, doch echte Highlights blieben selten.
In der zweiten Halbzeit verstärkte Antonio Tikvic die Defensive der Preußen. Nach über einem Jahr Verletzungspause feierte er sein Comeback, doch seine künftige Rolle im Team bleibt noch unklar. „In der ersten Halbzeit haben wir nie richtig ins Spiel gefunden, die Führung kam aus dem Nichts“, analysierte Wörle. „Nach der Pause haben wir uns gesteigert, waren griffiger und hatten eine gute Phase mit einigen Abschlüssen. Danach war es ein typisches Drittligaspiel: umkämpft, aber ohne viele klare Torchancen. “
Sabrina Willmann zeigte sich mit den ersten 25 Minuten ihrer Mannschaft zufrieden: „Wir haben viel Druck im Strafraum gemacht und waren dynamisch. Das Gegentor fiel aus dem Nichts, danach brauchten wir etwas, um uns zu fangen. Der Beginn der zweiten Halbzeit war wir fahrig, wir haben zu viele Schüsse zugelassen. Am Ende wurden wir zu hektisch und wollten zu schnell zu viel. Insgesamt war es aber ein ordentliches Auswärtsspiel. “ So klingt wohl jemand der gerne mit drei Punkten nach Ingolstadt zurückgekehrt wäre. (fb)
Am Freitag wartet bereits die nächste Herausforderung: Im DFB-Pokal treffen die Preußen um 19 Uhr auf den Zweitligisten Karlsruher SC.
Bild: Die gut gestaffelte Abwehr der Ingolstädter um Torwart David Klein ließ nur wenige Chancen der Preussen zu. Foto: Frank Biermann