

Auf die Größe kommt es gar nicht an? Das wird zwar immer wieder behauptet, ist aber natürlich totaler Quatsch. Einen Beweis dafür bekamen rund 30 Mitglieder des Medientreffs Münster am 9. Juni 2026 im Alexianer Hotel am Wasserturm in Münster-Amelsbüren geliefert. Denn die letzte der sechs Fragen beim abschließenden Dinner-Quiz „Rate Ma(h)l“ lautete: Wie groß ist der imposante Namensgeber des Hotels eigentlich – 25, 33 oder 75 Meter?
Sofort legten sich sämtliche Stirnen der Teilnehmenden in tiefe Falten – wie schon bei den fünf vorhergegangenen Fragen. Und hinter den Stirnen wurde zurückgespult: Wann genau an diesem äußerst kurzweiligen Abend hatte unser charmanter Gastgeber, Hoteldirektor Bernd Kerkhoff, denn bloß diese Info in seine unterhaltsamen Geschichten und Anekdoten eingebaut? Vielleicht hatten wir auch ein Info-Schild übersehen, als uns Maik Wiecker, Leiter des Hotel-Marketings, zur Begrüßung am Hoteleingang unsere Namensschilder überreichte? Oder war es etwa der stellvertretende Hoteldirektor Mario Roter, der uns kurz danach in der Küche der „Denkwerkstatt“ des Hotels die Antworten unauffällig in die leckeren Mocktails mixte?
Die hinterstirnige Rekapitulation des Abends führte bei den meisten jedoch schnell zur Kapitulation – wie schon bei den fünf vorhergegangenen Fragen. Zwar war am Beginn der Veranstaltung angekündigt worden, dass aufmerksames Zuhören beim Erinnern und Finden der Quiz-Antworten helfe, aber vielleicht waren es dafür am Ende einfach viel zu viele spannende Infos, Eindrücke und Storys, die wir präsentiert bekamen. Klar, Bernd Kerkhoff hatte in seinen einleitenden Worten zur Geschichte des Hotels und dessen zehnjährigem Jubiläum auch den Turm erwähnt: Es war überlegt worden, ihn auszubauen und er selbst (also Kerkhoff) hätte in ihm (also im Wasserturm) auch sehr gern sein Büro eingerichtet. Aber dafür hätte man einen zweiten Fluchtweg ergänzen müssen – in Form einer außen angebrachten Treppe. Was zwar an seiner Größe (also des Turms) nichts geändert, aber ihn (also Kerkhoff) optisch gewaltig gestört hätte. Und bestimmt nicht nur ihn.
In ähnlicher Form berichtete der Hoteldirektor mit ansteckender Begeisterung von der Geschichte und den Geschichten des „Hotels mit Herz“, wie sich der Inklusionsbetrieb zu Recht selbst nennt. Bei der Führung durchs architektonisch beeindruckende Gebäude und über das wunderschöne Alexianer-Areal gab es viel zu entdecken: Zum Beispiel Tagungsräume mit eingebauter Schaukel, Panorama-Fenster mit weitem Blick ins Grüne, angenehm ruhige Kappellenräume sowie Wände mit unzähligen Holzkreuzen – auf deren genauen Zahl allerdings zur Enttäuschung einiger der Teilnehmenden keine Quizfrage basierte. Genauso wenig fand die Herkunft zahlreicher sommerlicher Stammgäste des Hotels, die seine perfekte Lage „genau in der Mitte“ bei ihrer mehrtägigen Reise in den europäischen Süden gerne und wiederholt nutzen, den Weg ins Quiz: Skandinavien.
Zurück in der Denkwerkstatt wartete schon die kulinarische Krönung des Abends auf den Medientreff: ein formidables Grillbuffet. Vielleicht war es auch Kalkül der Gastgeber, die Quizfragen erst nach dem Essen zu stellen, als alle satt und zufrieden und kaum noch zu kognitiven Großtaten in der Lage waren. Insofern war die nächste, diesmal eher sportliche Krönung des Abends perfekt platziert: Die Beantwortung der Meter-Frage (25, 33, 75?) sollte nämlich ganz praktisch und körperlich aktivierend angegangen werden – bei einer gemeinsamen Besteigung des Wasserturms. Schon nach den ersten der vielen Treppenstufen und Stockwerken wurde in der Gruppe die Theorie entwickelt, dass man für die korrekte Lösung die drei Zahlen vielleicht einfach addieren muss. Und spätestens bei Ankunft auf der Turmspitze war klar: Nach der Addition am besten nochmal verdoppeln – denn so einen grandiosen Ausblick über das Münsterland kann doch nur eine deutlich dreistellige Meterzahl liefern!
Beschwingt und beseelt von dem einzigartigen Rundumblick und der rundum gelungenen Veranstaltung erschien der Abstieg vom Wasserturm gar nicht mehr so mühsam. Umso schwerer fiel jedoch der Abschied. Denn mit diesem Event hatten Bernd Kerkhoff und sein Team gemeinsam mit Organisator Marc A. Endres, der leider nicht selbst daran teilnehmen konnte, dem Medientreff ein echtes Highlight beschert. Für das an dieser Stelle nochmal ein großer Dank ausgesprochen sei. Ein wirklich großer Dank. Also ein so richtig großer Dank – bestimmt mehr als 75 Meter.
Text und Fotos: Tim Stelzer

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