Artenschutz für Tarifverträge notwendig? �
Ratsgruppe Die PARTEI/ÖDP kritisiert grüne Kämmerin für geplante Tarifflucht bei die Beschäftigten der Zoo GmbH�
Die Ratsgruppe DiePARTEI/ÖDP ist ja für ihre zugespitzt-satirischen Pressemitteilungen bekannt. Die aber im Kern immer ein real vorhandenes Thema auf die Agenda bringen. Denn viele Menschen machen sich zwar über die Lebensbedingungen der Tiere im Zoo Gedanken und fragen sich ob sich diese auch wirklich artgerecht gehalten werden. Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten sind da eher selten ein Thema. Deren Bezahlung soll sich nämlich verschlechtern, wenn es nach dem Willen der grünen Kämmerin geht, beziehungsweise „flexibler" werden. Doch lesen Sie selbst:
„Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das uns Zoo-Verein, Geschäftsführung und die Kämmerin Christine Zeller hier darbieten. Ein Lehrstück in moderner Haushalts-Akrobatik, aufgeführt im Gehege der Zoo GmbH.
Tarifflucht als neue Management-Disziplin? Man blickt mit Sorge auf die schwindenden Besucherzahlen und stellt fest: Die größte Bedrohung für den Zoo ist nicht etwa das schlechte Wetter, sondern – man höre und staune – die eigenen Angestellten, die es doch tatsächlich wagen, nach TVÖD bezahlt werden zu wollen. Der Lösungsansatz der Geschäftsführung klingt so elegant wie ein Elefant im Porzellanladen: Wenn das Geld nicht reicht, rütteln wir einfach am Tarifvertrag.
„Die Drohung mit der Kündigung des Entgelttarifvertrags ist nichts anderes als der lahme Versuch einer partnerschaftlichen Erpressung in Richtung ver.di. „Flexibilisierung“ ist hier das bürokratische Kuschelwort für: „Wir wollen weniger zahlen.“ – so Lars Nowak.
Die Minderheitsbeteiligung: Ein teures Abo auf die Ohnmacht. Besonders amüsant – oder eher tragisch – ist die Rolle der Stadt Münster. Als Minderheitsgesellschafterin darf sie zwar regelmäßig die Geldbörse öffnen, um den Laden überhaupt wirtschaftlich am Leben zu erhalten, hat aber beim großen Ganzen wenig zu melden. Der Mehrheitsgesellschafter (der Westfälische Zoologische Garten e.V.) stimmt ohnehin schon fleißig für die Kündigungs-Drohung.
Die Stadt befindet sich in einer permanenten Geiselhaft des eigenen Altruismus: Wir zahlen die Zeche per Verlustausgleich, gucken aber beim strategischen Kahlschlag auf dem Rücken der Angestellten brav von der Zuschauertribüne aus zu.
„Wenn der städtische Haushalt durch diese Sachentscheidung angeblich „nicht betroffen“ ist, dann nur, weil die Millionen-Zuschüsse zur Defizit-Abdeckung ohnehin schon als feste Konstante eingepreist sind.“ – fügt Michael Krapp dazu.
Wir fordern ein Ende dieses unwürdigen Eiertanzes. Keine Tarifflucht unter dem Deckmantel der „Konsolidierung“! Wenn die Stadt Münster schon den Löwenanteil der wirtschaftlichen Existenz des Zoos sichert, dann sollte sie gefälligst auch dafür sorgen, dass dort faire Arbeitgeberstandards herrschen, statt sich als zahnloser Tiger in einer problematischen Minderheitsrolle vorführen zu lassen". So sehen das jedenfalls die Ratsherren Lars Nowak
und Michael Krapp
Bild: Droht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zoos auch eine kalte Dusche. Die grünen Kämmerin hat jedenfalls entsprechende Plänge in den Wirtschaftsausschuss eingebracht. Foto: Zoo Münster