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Mobilität in der Stadt: Platz eins für Münster beim ADAC-Monitor
Hohe Zufriedenheit mit Fahrrad, Fußverkehr sowie ÖPNV / Kritik am Autoverkehr / ADAC untersucht bundesweit 29 Städte
Im neuen ADAC-Monitor „Mobil in Mittelgroßstädten“ belegt Münster den ersten Rang. Das hat der ADAC am heutigen Dienstag, 3. November, bekanntgegeben. Die Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Mobilität ist in Münster damit so hoch wie in keiner anderen der insgesamt 29 untersuchten Großstädte mit weniger als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in Deutschland. Münster bestätigt damit das Abschneiden aus der ersten Auflage des ADAC-Monitors von 2021 – auch hier lag die Stadt auf dem vordersten Platz. Das teilt die Stadt mit.
„Rang eins im bundesweiten Vergleich ist eine schöne Bestätigung, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir mit unserer Mobilitätsplanung an vielen Stellen die richtigen Weichen gestellt haben. Sie zeigen aber auch, wo wir im Verkehrsalltag noch besser werden können. Das bestärkt uns darin, unsere Anstrengungen konsequent fortzusetzen, damit die Menschen in Münster gut und unkompliziert mobil sein können – heute und in Zukunft“, erklärt Oberbürgermeister Tilman Fuchs in einer städtischen Pressemitteilung.
Für die repräsentativen Untersuchung führte der ADAC im Juni dieses Jahres rund 11.600 Online-Interviews mit Einwohnerinnen und Einwohnern, Pendlerinnen und Pendlern sowie Besucherinnen und Besuchern der 29 betrachteten Städte. Dabei bewerteten die Befragten ihre Zufriedenheit mit den vier Mobilitätsformen Auto, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrrad und Fußverkehr. Die vier Bereiche flossen jeweils zu einem Viertel in das Gesamtergebnis ein.
„Der ADAC-Monitor hat denselben Ansatz, den wir auch im Rahmen unserer Verkehrsplanung verfolgen: unterschiedliche Mobilitätsformen vernetzt und nicht getrennt voneinander denken. Eines unserer zentralen Ziele ist es, den Umweltverbund von Fuß-, Rad- und öffentlichem Nahverkehr weiter zu stärken. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass wir dabei auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel sind. Zu unserer Arbeit gehört es aber auch, zeitgemäße Lösungen für den fließenden und ruhenden Autoverkehr umzusetzen“, erläutert Stadtbaurat Robin Denstorff.
Insgesamt erreicht Münster einen Zufriedenheits-Index von 32. Der Index gibt an, um viele Prozentpunkte die guten und sehr guten Bewertungen die schlechten und sehr schlechten Bewertungen überwiegen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Freiburg und Erfurt, die jeweils auf einen Wert von 29 kommen. Der durchschnittliche Index aller untersuchten Städte liegt bei 17. 2021 erzielte Münster einen Index von 35. Damit ist die Zufriedenheit in Münster etwas weniger zurückgegangen als im Durchschnitt aller Städte, wo der Wert 2021 bei 21 lag.
Hohe Zufriedenheit mit Fahrrad, Fußverkehr und ÖPNV
In Münster wird der Fahrradverkehr mit einem Index von 45 vor Fußverkehr und ÖPNV (jeweils 42) am besten bewertet, während das Verhältnis im Bundeschnitt umgekehrt ist: Hier liegen Fußverkehr und ÖPNV (jeweils 28) vor dem Fahrrad (20). Sowohl in Münster (-2) als auch im Durchschnitt aller Kommunen (-9), ist der Autoverkehr die einzige Mobilitätsform, bei der die Unzufriedenheit überwiegt.
Beim Fußverkehr belegt Münster analog zur Gesamtwertung den ersten Platz unter den 29 Städten – wie bereits 2021. Mit dem Zufriedenheits-Index von 42 (2021: 51) führt Münster die Rangliste hier vor Potsdam (40) und Erfurt (39) an. Im Durchschnitt aller Städte liegt der Wert bei 28 (2021: 37). Im bundesweitern Vergleich bewerten die Befragten die Kriterien „Direkte Wege zu meinen Zielen“, „Aufenthaltsqualität“ und „Angebot gesicherter Querungsmöglichkeiten“ in Münster am besten.
Bei der Bewertung des Radverkehrs liegt Münster mit dem Wert von 45 (2021: 41) auf Rang zwei aller betrachteten Städte. Einen leicht besseren Wert erzielt hier lediglich Freiburg mit einem Index von 46. Auf Rang drei fällt Kiel mit 38 Punkten schon etwas zurück. 2021 hatte Münster den vordersten Platz inne. Im Schnitt liegt die Zufriedenheit in den 29 Städten mit dem Radverkehr bei 20 (2021: 18). Die Kriterien „Angebot an Radwegen“, „Direkte Wege zu meinen Zielen“ und „Radverkehrsführung Kreuzungen“ werden in Münster im Vergleich aller Städte am besten bewertet. Besonders hohe Zufriedenheitswerte gibt es auch bei den Kategorien „Zuverlässigkeit der Zielerreichung“ und „Sicherheitsgefühl (Angst Übergriffe)“.
Bundesweit auf Platz vier – und damit einen Rang höher als 2021 – liegt Münster mit dem Index von 42 (2021: 38) bei der Bewertung des ÖPNV. Die Ränge eins bis drei belegen hier Erfurt (54), Rostock (47) und Freiburg (43). Genau wie 2021 liegt der Durchschnittswert aller Kommunen bei 28. Im bundesweiten Vergleich bewerten die Befragten das Kriterium „Preis-Leistungs-Verhältnis“ in Münster am besten.
Beim Autoverkehr überwiegt Unzufriedenheit
Die einzige negative Bewertung erhielt Münster mit dem Index von -2 für die Zufriedenheit mit dem Autoverkehr. 2021 hatte die Domstadt mit einem Wert von 11 hier noch auf dem ersten Rang gelegen. Doch auch mit der jetzigen Bewertung von -2 erreicht Münster noch Platz sieben in der Rangliste der 29 Kommunen. Bei einem Großteil der Städte geht die Bewertung des Autoverkehrs noch stärker in den negativen Bereich. Mit Augsburg (8) und Erfurt (7) erzielen hier nur zwei Städte positive Werte. Im Durchschnitt aller Kommunen ging die Zufriedenheit zwischen 2021 und 2026 von 1 auf -9 zurück. Sowohl bundesweit als auch in Münster werden die drei Kriterien „Baustellenmanagement“, „Höhe der Parkgebühren“ und „Regelkonformes Verhalten E-Scooter-Fahrer“ am negativsten bewertet.
Fahrradstraßen, Busspuren, Bewohnerparken
Die Stadt Münster hat – mit dem 2024 beschlossenen Masterplan Mobilität als Leitlinie – auch in diesem Jahr zahlreiche Verkehrsprojekte abgeschlossen oder mit deren Umsetzung begonnen. Dazu gehören mit Blick auf den Radverkehr zum Beispiel die Umgestaltung des Hessenwegs und der Kötterstraße zu „Fahrradstraßen Basis“ oder die Sanierungsarbeiten auf der Veloroute Altenberge – Münster. Im Bereich ÖPNV hat die Stadt den Ausbau der Busspur auf der Weseler Straße und die Verstetigung der Umweltspur auf der Warendorfer Straße vorangetrieben. Die Weseler Straße ist – wie im Masterplan Mobilität vorgesehen – die erste Hauptverkehrsader in Münster, die zur ÖPNV-Hochleistungsachse ausgebaut wird. Und auch die Reaktivierung der Bahnstrecke Münster-Sendenhorst rückt näher: Mit Förderzusagen haben Bund und das Land Mitte Oktober die Finanzierung des Projekts gesichert.
Teil des Masterplans Mobilität ist auch das integrierte Parkraumkonzept. Es bietet der Verwaltung einen Rahmen, um das Parken in Münster neu zu ordnen. In diesem Zuge hat die Stadt dieses Jahr beispielsweise zwei neue Bewohnerparkzonen in Pluggendorf und im Erphoviertel eingerichtet. Außerdem hat die Verwaltung zahlreiche Stellplätze im öffentlichen Raum an einen lokalen Carsharing-Anbieter vergeben, um den Ausbau des Carsharing-Angebots im Stadtgebiet zu fördern.
Archivbild: Im April hat die Stadt die Kötterstraße östlich von Handorf in eine „Fahrradstraße Basis“ umgestaltet. Der Abschnitt gehört zur Veloroute zwischen Telgte und Münster. Foto: Stadt Münster/Britta Roski
Archivbild: Seit Mitte 2025 hat sich die rote Sonderspur für Linienbusse und Fahrräder auf der Warendorfer Straße stadteinwärts bewährt. Die als Verkehrsversuch gestartete Umgestaltung bleibt – mit einigen Optimierungen – dauerhaft. Das hat der Ausschuss für Verkehr und Mobilität im September beschlossen. Foto: Stadt Münster.
Archivbild: Carsharing-Station im Kreuzviertel: Die Stadt hat im Februar bekannt gegeben, dem Unternehmen Stadtteilauto zahlreiche weitere öffentliche Stellplätze für Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Foto: Stadt Münster.