

Von Tim Stelzer
„Gut“ – diese ebenso kurze wie klare Antwort von Benjamin Schreiber kam beruhigend schnell und überzeugend. Und weil das die Reaktion des Diözesangeschäftsführers der Malteser im Bistum Münster auf die von Marc A. Endres gestellte Frage „Wie gut ist Münster auf den Katastrophenfall vorbereitet?“ war, fühlten sich die 30 Mitglieder des Medientreffs, die am Abend des 6. Oktobers 2026 zu Gast im neuen Malteser Zentrum in Mecklenbeck waren, gleich viel sicherer.
Dem „Gut“ waren detailreiche Vorträge vorangegangen, die in die Tiefe der Themen Krisenresilienz und Krisenkompetenz tauchten. Nach der Begrüßung des Medientreffs durch Till Neuhaus, Diözesanreferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, berichteten Benjamin Schreiber und Thomas Fecker, stellvertretender Diözesangeschäftsführer und Leiter Notfallvorsorge, über die Aufgaben und die Organisation der Malteser in Münster. Der Titel der Veranstaltung lautete „In Stellung gehen – Sicherheitslage und Katastrophenschutz in schwierigen Zeiten“ – und vor allem die Schilderungen letzterer sorgten bei den Gästen gelegentlich für sorgenvolle Stirnfalten.
Doch während ein ehemaliger Bundesinnenminister vor mehr als zehn Jahren mit dem Statement „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ genau diese Verunsicherung beförderte, strahlten die Gastgeberinnen und Gastgeber beruhigend viel Souveränität, Kompetenz und Erfahrung aus. Was sich übrigens schon auf der Sprachebene zeigte. Die meisten Mitglieder des Medientreffs können ja gefahrlos als wortmächtig bezeichnet werden – aber wie mühelos bei den Maltesern mit Verbalkonstruktionen wie „Kommunale Alarm- und Ausrückeordnung“, „Katastrophenschutzfahrzeugbeklebungserlass NRW“ [sic!] oder „WuKAS – Wissens- und Kompetenzvermittlung im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Spontanhelfern“ jongliert wird, war schon beeindruckend.
Fachbegriffe wie diese illustrierten sehr schön das Spannungsfeld, in dem sich die Malteser als staatlich anerkannte Hilfsorganisation bewegen. Denn Zivil- und Katastrophenschutz sind in nationale, landeseigene und kommunale Strukturen eingebunden, die verfassungsrechtlich festgelegt sind. Das klang zum Teil kompliziert, wurde aber immer wieder durch Aussagen im beruhigenden „Gut“-Duktus gekontert. Was dabei deutlich wurde: Die Malteser in Münster sind eine leistungsstarke Organisation, die sich ihren Aufgaben gewissenhaft und engagiert widmet – und im Falle eines Falles genau weiß, wann wer wo was und wie tun muss. Um dieses Wissen dann auch sofort in die Tat umzusetzen.
Apropos Engagement: Man kann ja leider nie sicher sein, dass die eingangs erwähnte Antwort immer ein ebenso kurzes wie klares „Gut“ bleibt. Deshalb rief Benjamin Schreiber die Gäste abschließend dazu auf, sich selbst stets zu informieren und auch zu engagieren, was die eigene und die allgemeine Sicherheitslage betrifft. Der Medientreff-Abend war dafür schon mal ein guter Anfang – von den Gästen wird bestimmt niemand mehr barfuß oder mit Flipflops in ein Waldbrandgebiet laufen. Und sollte man mal mit irgendetwas Bösem, Ungesundem „beaufschlagt“ werden, ist jetzt klar: Ruhe bewahren, bis die Dekontaminierungs-Experten von den Maltesern kommen!
Dieses angenehme Sicherheitsgefühl vertiefte sich nach Abschluss von Vortrag und Diskussion weiter: Es gab reichhaltige Snacks und Getränke, bei denen der Abend zum offenen Austausch mit den anwesenden Malteserinnen und Maltesern (denen an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön gesagt sei!) überging. Dabei gab es auch Gelegenheit, die voluminöse Fahrzeughalle zu inspizieren. Die bietet übrigens nicht nur zahlreichen Einsatzfahrzeugen Schutz und Dach: In Notlagen können hier bis zu 300 Menschen beherbergt werden. Doch da am 6. Oktober zum Glück keine Notlage vorlag, durften alle Mitglieder des Medientreffs nach diesem überaus informativen und anregenden Abend bei den Maltesern zurück in ihr jeweiliges Zuhause fahren. Und falls sie dort „Wie war’s?“ gefragt wurden, hatten sie – mit Sicherheit! – eine ebenso kurze wie klare Antwort parat.

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