Spitzenspiel endet mit packendem 3:3 zwischen Preußen und Saarbrücken
Preußen müssen sich mit einem Punkt gegen spielstarke Saarbrücker zufrieden geben
Es war das Spitzenspiel der 3. Liga: die Begegnung zwischen den Preußen und dem 1. FC Saarbrücken. Doch die Partie begann alles andere als wunschgemäß für die über 12.694 Heimzuschauer. Bereits früh erzielten die Gäste durch Alexander Staff (28.) das erste Tor. Und als ob das nicht genug wäre, legten sie kurz darauf ein weiteres nach. Wer gehofft hatte, die Adlerträger könnten trotz ihrer jungen und unerfahrenen Mannschaft an der Tabellenspitze schnuppern, wurde bitter enttäuscht. Besonders schmerzlich war die Art und Weise, wie das Tor zustande kam: Der Saarbrücker Kelsey Owasi umkurvte die Abwehrspieler der Preußen, als wären sie bloße Fahnenstangen. Sein beeindruckender Sturmlauf, der mehr einem Tanz glich, endete mit einem trockenen Schuss ins rechte untere Eck. Immerhin gelang den Adlerträgern durch Babis Makridis der 2:1-Anschlusstreffer. Doch ausgerechnet der Ex-Preuße Florian Pick, Kapitän der Saarländer, sorgte in der 28. Minute dafür, dass es schließlich mit einem 1:3 in die Pause ging.
Reichlich Chancen gab es in diesem ereignisreichen Spiel auf beiden Seiten. Die Abwehr der Preußen, ohne den etatmäßigen Kapitän Nico Koulis, machte keinen besonders sattelfesten Eindruck – Torhüter Morten Behrens eingeschlossen. Ersatzkapitän Tore Paetow wurde immer mehr zur Schaltzentrale der Mannschaft, war quasi überall zu finden, versuchte den Pass nach vorne und sorgte mit seinen weiten Einwürfen permanent für Torgefahr. Gästetrainer Agririos Giannikis lobte seine Mannschaft ausdrücklich dafür, wie sie diese Situationen bereinigt hatte.
Nach der Pause kamen die Mannschaften wie ausgewechselt aus der Kabine. Die bis dahin griffigeren und gedankenschnelleren Saarbrücker schienen ihr Pulver fürs Erste verschossen zu haben. Lucas Zeller konnte den Anschlusstreffer nach einem Freistoß per Kopf zum 2:3 erzielen. Der gerade erst eingewechselte Montel Ndikom traf dann in der 61. Minute mit einem herrlichen Schuss ins Lattenkreuz zum verdienten 3:3.
Das Spiel blieb spannend und ereignisreich bis zur letzten Spielminute. Die Preußen hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn die wiedererstarkten Saarbrücker in der Nachspielzeit noch das 4:3 gemacht hätten, was Keeper Behrens jedoch zu verhindern wusste. Die Preußen rackerten und kämpften bis zum Schluss, und das, obwohl sie einen Tag weniger Regenerationszeit hatten als die Gäste aus dem Saarland. Ein Aspekt, den Preußen-Coach Thomas Wörle nach Spielschluss besonders hervorhob. Die Bewertung der Punkteteilung am 6. Spieltag fiel zwischen den beiden Coaches unterschiedlich aus. 1. FC-Coach Giannikis ärgerte sich über „zwei liegen gelassene Punkte“, während Wörle das Unentschieden wie einen „gefühlten Sieg“ bewertete. Giannikis sprach von einem „Spitzenspiel für eine englische Woche auf einem sehr, sehr hohen Niveau“. Wörle wirkte sichtlich froh, diesen „offenen Schlagabtausch, so gar nicht gewollt“ in einem „wilden, intensiven Spiel“ gegen diese „abgezockte Drittliga-Mannschaft“ ohne größere Blessuren überstanden zu haben. Die junge Mannschaft habe das Unmögliche noch möglich gemacht, und er dankte für die „unfassbare Unterstützung“ des Publikums, die „magische Momente“ er möglich habe. Unglaubliche Leidenschaft, Eifer und Willen habe seine Mannschaft an den Tag gelegt.
Kapitän Torge Paetow kam zu einer nüchternen Bewertung des Ergebnisses: „Wir sind zufrieden, aber es macht uns nicht glücklich. Aber es wird uns keiner vorwerfen können, wir hätten nicht gekämpft. “ Das treffe auf die erste Elf genauso zu wie auf die eingewechselten Spieler. (fb)
Bild: Schon früh stand es in der Partie 3:3. So sollte es auch bis zum Schluß bleiben. Foto: Frank Biermann.